Donnerstag, 15. Mai 2008

Was übrig bleibt

Wenn man eine Vögelbeziehung hatte und dann getrennte Wege geht, bleibt
nichts übrig, außer einem "Hi", oder `nem halbherzigen Winken, wenn man
sich mal notgedrungen begegnet. Bin mir noch nicht schlüssig, wie ich
das finde, komme irgendwie ganz gut damit zurecht. Es gibt einfach
nichts mehr zu sagen.

Versuche mich trotzdem auf mein kinderloses Wochenende zu freuen. Wenn
ich einfach nur mal ausschlafe und ein bisschen in der Wohnung rumwusel,
ist das bestimmt auch recht erholsam. Bin ganz froh, dass das Wetter
nicht so toll werden soll. Muss ich nicht von Sehnsucht getrieben
nachtwandeln.

Es gibt nichts zu bereuen, es gibt nichts zu vermissen.

Dienstag, 13. Mai 2008

Und wieder ein Finalschuss

Und diesmal hat er den Cut gemacht, weil ich ihm durch meine Schreiberei zu Nahe getreten bin und das Ganze mittlerweile nun zu stressig wird. Hätte die Klappe halten sollen. Männer möchten nicht hören, was man denkt und meint, wenn sie dabei doof aussehen.

Habe aber doch mehr erwartet, als sich nur in der Mitte zu treffen, wenigstens dass er gern bei mir ist, nicht nur wegen, der von ihm als "Sache" getauften, Vögelei. Dass ich über die Entstehungsgeschichte von meinem kleinen Prinzen schrieb, diente lediglich der Selbstanalyse und eben als Schreibtherapie. Wollte auch keinesfalls sein Mitleid erregen, sondern ihn einfach bitten, zuzuhören. Ich kam nicht klar damit, dass Geschichten aus meinem Leben gar nicht erwünscht waren.

Er tut so, als würde ich ihn für mein schlimmes Leben verantwortlich machen, nur weil durch diese Vögelbeziehung (Sache) noch viel klarer wird, was ich eigentlich will und suche. Er sagt, dass ich ihm durch meine Zeilen stets verbriefe, dass er mich als Schmutzlappen benutzt. Das habe ich nie gesagt und nie gemeint und mein Leben ist auch alles andere als schlimm.
Wär nur schön gewesen, wenn er mir mal übers Haar gestrichen hätte und gesagt hätte: "Du meisterst das schon." Leider kam nur immer: "Auf die Kerle, fertig, los.", oder "Viel Glück bei der Suche." Klingt so nach: "Geh aus meinem Leben und quatsch jemand anderen voll."

Das ich nicht den gleichen Stellenwert habe, wie Frau und Kind ist mir vollkommen klar und ich hatte mich damit arrangiert. Leider hat er das nicht bemerkt. Dass ich den Dreien nun nicht unbedingt, als Familie begegnen möchte, ist wohl legitim.

Er hat oft wiederholt, er will mir nicht weh tun und ich glaube es. Doch es ärgert mich, dass er nicht sagt: "Wir sehen uns nicht mehr.", sondern: "Ich denke, es ist besser, dass wir uns nicht mehr sehen." Das ist irgendwie immer noch schwammig und kein wirkliches NEIN. Warum lässt er noch ein Minitürchen offen? Bin nicht so down, wie bei den ersten beiden Finalschüssen, vielleicht weil ich weiß, dass es nun nicht mehr besser wird. Alles was ich tue, macht aus mir nur noch ne Lachnummer, die nicht mehr ernst zu nehmen ist. Wenn er wieder käme würde er auch nur immer denken, ich krieg nachher wieder nen "Tagebuch-Anschiss".

Nach seinem gestrigem, letzten: "Tut mir leid", legte er einfach auf und ich warf mein Telefon an die Wand. Wird wirklich Zeit für eine Besinnungspause. Am besten ohne Kerl.

Samstag, 10. Mai 2008

Sorry

Hab nicht gedacht, dass Dich das verletzt. Erst als ich Dich Freitagnachmittag gesehen hab, kamen mir so meine Bedenken, weil ich merkte, dass Du mir eben nicht scheißegal bist. Deshalb wollte ich Dich anrufen und mich irgendwie entschuldigen. Weil Dein Handy tot war, schrieb ich Dir die "Sorry-SMS".

Vielleicht habe ich ein bisschen zuviel interpretiert, um Dich wie einen Arsch aussehen zu lassen und auch, um mir selber einzureden, dass Du mir total schnuppe bist. Vielleicht bin ich auch selber schuld, wenn wir uns über nichts unterhalten. Du willst keine Dramen von frustrierten Gestalten hören und Du weißt nicht mehr was Du mir erzählen kannst, ohne dass es mich umbringt? Bin immer ein bisschen unter Druck, weil ich denke, alles soll leicht, locker und unverbindlich sein. Bin auch nicht unbedingt der Smal-Talk Typ, es sei denn mein Gesprächspartner ist mir Wurst.

Außerdem will ich vermeiden, dass Du denkst, ich wäre nur Problembeladen und von lauter Kranken umgeben. Mein Leben ist schon in Ordnung. Hab nen tollen Job, ein paar gute Freunde und vor allem ein tolles Kind. Sicher ist das Alles, manchmal nicht einfach und ich lege mal einen Jammertag ein.

Würde mich gern mit Dir "anfreunden", aber da fehlt die Intension und Dir wohl auch einfach die Zeit? Cappu trinken, abhängen, lästern, gemeinsam lachen. Das könnte gesehen werden und Dir Dein ZURÜCK verbauen? Und wenn wir soetwas "Normales" tun würden, sprengt das dann den Rahmen (einer Vögelbekanntschaft)? Ich möchte nicht, dass es Dir vor mir graust, weil Du denkst, ich will Dich mit Haut und Haaren verzehren.

Habe furchtbare Angst, dass Dir das alles viel zu stressig ist und ich eine vor den Bug bekomme.

P.S. Habe das Stelldichein am Donnerstag genauso genossen, wie alle anderen Dates auch. Bitte sei nicht mehr sauer mit mir ...

Freitag, 9. Mai 2008

Mal sehen ...

Wird immer besser. Jetzt sind auch noch Bügelwäsche und Telefonseelsorge
vorrangig. Wenn sich das Date um eineinhalb Stunden nach hinten
verschiebt, grenzt das wohl schon an Frechheit. Nett, dass er wenigstens
angerufen hat, um zu erwähnen, dass er noch seinen Bügelwahn auslebt.
Jetzt bin ich richtig angefressen!

Immer der gleiche Unsinn. Warten dass das Kind schläft, wenn das Handy
klingelt, Tür öffnen, Getränk anbieten, doof auf der Couch sitzen,
vögeln und verabschieden. Ehrlich, gestern wusste ich nicht wirklich,
was ich mit ihm anfangen soll. Er erzählt nur Blödsinn, weil er sein
Familienleben nach meiner kleinen Talfahrt für ein Tabu - Thema hält.
Ich erzähle nur Belanglosigkeiten, weil ich stinksauer bin und keinen
Einstieg finde und das sich immer wiederholende Prozedere sowas von
stupide finde.

Seh in sein Gesicht und denk, wer bist Du und was willst Du hier?
Nichts ist mehr vertraut. Alles ist so hohl und ich wünsche mich weit
weg. Da küsst er mich und ich erinnere mich wieder. Fühlt sich gut an.
Okay, wenn wir uns also sowieso nichts zu sagen haben, dann sollten wir
wirklich nur rumvögeln, das ist doch schließlich der Grund seines
Besuchs. Hab sowieso keine Lust auf tiefenpsychologische Gespräche. Über
was auch? Er hat es ja gar nicht verdient, mich kennen zu lernen.

Hat ja jetzt ausreichend demonstriert, dass ich ihm als Mensch total
egal bin. Diesmal ist der Sex einfach nur Sex. Es ist gut, wenn auch
völlig emotionslos. Fällt mir diesmal leicht, ihn auch einfach auf
seine Toyboy - Rolle zu reduzieren. Auf meine Frage, ob ich ihn wieder
buchen könne, antwortet er: "Mal sehen." Was ist das für eine
bescheuerte Antwort??? Was mal sehen? Mal sehen, ob er überhaupt noch
Bock auf mich hat, mal sehen, wie er dienstlich und familiär beansprucht
ist? Wenn er mich gestern gefragt hätte, ob er mich mal am Arsch lecken
könne, wäre die Antwort gewesen: "Grundsätzlich ja"!ines328-v2

Donnerstag, 8. Mai 2008

Bitte nie den Stellenwert vergessen

Müsste eigentlich meine Abrechnungen für die Krankenversicherung
zusammensuchen, aber sitz nur doof da und starre Löcher in die Wand und
denke, was läuft hier schief? Hatte die letzten Tage ziemlich gute Laune
und gestern den totalen Höhenflug, weil er mir ein nettes Kompliment
gemacht hat. Abends hab ich mich dann so hochgeschaukelt, dass ich
nichts anderes mehr wollte, als ihn endlich mal wieder ins Bett zu
zerren. Da wir heute verabredet sind schrieb er, die Vorstellung wäre
nett, aber dann würde er für heute absagen. Weiß nicht genau warum, aber
ich war im ersten Moment stinkesauer. Es passt mir ja heute auch viel
besser in den Kram, vor allem weil ich meine Wohnung erstmal auf
Vordermann bringen möchte. Trotzdem such ich nach dem tieferen Sinn
seiner Message. Soll es bedeuten, dass der Aufwand für eine
Fickbeziehung so gering wie möglich gehalten werden muss? Ärger mich
darüber, dass ich den schönen Sonnentag damit verbringe mich zu
ärgern, dabei hat er ja vollkommen recht. Eine Fickbeziehung ist eben
eine Fickbeziehung und keine zarte Romanze mit Blumenpräsenten und
Liebesgesäusel. Kann mich entscheiden zwischen der ganz großen Leere und
wenigstens so einem bisschen Ringelpietz mit Anfassen. Was wählt man da
wohl???

Dienstag, 29. April 2008

Der Kompromiss

Vermisse unsere „Zusammenkünfte“. Bin verwirrt. Mal wieder. Vielleicht wäre die Warterei nicht so grausam gewesen, wenn Du „Termine“ vorgeschlagen hättest. Mein ewiges: „Magst Du mich heut sehen?“, verursacht mir jetzt noch Magenbeschwerden. Du hast nie gefragt, so dass ich mir immer wie eine lästige Stalkerin vorkam.

Wenn Du mich im Scherz befragt hast, was ich denke, habe ich mich gefragt: „Und Du, was denkst Du? Ereilt Dich danach das schlechte Gewissen? Betrügst Du Deine Frau? Wenn das so ist, dann kann ich Dich ohne Weltschmerz gehen lassen. Diesen Part will ich nicht.“ Nein ihr seid nicht nur über Euer gemeinsames Kind verbunden, da ist mit Sicherheit noch so viel mehr.

Ich weiß, dass Du Dir auch Gedanken um mich machst und dass ich Dir nicht egal bin. Das schätze ich an Dir. Ich habe Dir soviel Einblick in mein Leben gewährt, wie keinem anderen Mann, damit Du mich nicht mehr abwürgst, wenn ich mit Dir reden will.

Und wenn Du mir einfach sagst: „Der Sex mit dir ist ja ganz nett, aber wenn du gefühlsduselig wirst, ist mir das zu stressig und ich will den Kontakt nicht mehr.“ Wäre das nicht ne Lösung? So könnte ich schön die Füße still halten, schließlich hätte ich einen Grund wütend auf Dich zu sein.

Oder Du verliebst Dich ganz wahnsinnig in mich, damit ich Dir sagen kann: „Das ist ja prima, aber ich kann Deine Gefühle im Moment gar nicht erwidern. Hab keine Ahnung, warum Du mir so vertraut bist, wir unterhalten uns ja nie wirklich. Wir passen nur in der Mitte zusammen. Einen Alltag mit dir, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.“

Nein, ich finde heute keinen Kompromiss, denn Du erinnerst mich an Liebe.

Montag, 28. April 2008

Das Wiedersehen

... war zum Glück nur eines aus der Ferne. Sah ihn aus der Tür spazieren und dachte, bleib doch stehen, komm zurück. Als er mich sah, hob ich die Hand zum Gruß. Er grüßte ebenso, sprang in sein Auto und fuhr vom Hof.

Er kommt bestimmt gleich zurück, hat doch sicher etwas im Büro vergessen. Ach ja, hab ihn ja gebeten, diesmal kooperativ zu sein. Was wäre, wenn er doch zurückkommt??? Meine Hände flattern, kann die Kippe kaum halten. Muss nicht schauspielern, niemand sieht mich. Rauche die Kippe bis zum Filter und freue mich, dass ich die flächendeckende Sonnenbrille aufgesetzt habe. Nein ich heule nicht! Ich muss es einfach nur aushalten.

Samstag, 26. April 2008

Spieglein, Spieglein an der Wand ...

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Konnte mich heute endlich wieder im Spiegel erkennen. Nach meiner kleinen Auszeit, sehe ich aus wie das blühende Leben und auch die Wohnung hat ein bisschen mehr Farbe bekommen. Man muss sich halt seine Prioritäten setzen. Hatte ja auch den Vorteil, dass ich ihm nicht über den Weg rennen musste. So ein bisschen Verschnaufzeit war nötig.

Leider geht es mir schon so gut, dass ich mir schon Ausreden für ein Wiedersehen ausdenke. Zum Beispiel:

Es ist Frühling, was ist schon dabei?
Es ist ja alles gesagt.
Man lebt nur einmal.
Warum nicht mitnehmen, was man kriegen kann?
Kann ja die Zeit bis zur Taube mit dem Spatz überbrücken.
Bin ja nicht verliebt.

Zum Glück, fällt mir dann wieder ein, wie es sich anfühlt, wenn er erzählt, er war bei seiner Familie. Wenn ich ein netter Mensch wäre, würde ich sagen, seine Frau sollte sich von dem Gedanken befreien, dass ihr Mann durch Untreue eine Todsünde beging. Ich bin sicher, es war einfach nur Sex. Und wenn sie klever ist, dann sollte sie ihm vergeben. Ihm würde ich raten, das nächste mal das Blut ins Gehirn zu pumpen und zu überlegen, was ihm wichtiger ist. Es ist doch nicht mehr nötig, seinen Samen breit zu streuen. Monogamie ist halt ein Zeichen von Reife. Wenn Frauen endlich verstehen, dass ein Seitensprung nichts mit Verliebtheit zu tun hat und Männer erkennen, dass Frauen, von sich selbst ausgehend, unterstellen, er hätte sich auch emotional reingehangen (was für eine unschöne Formulierung), dann muss es doch irgendwie zu steuern sein.

Sollte er Sex als Bestätigung dafür brauchen, dass er als Mann toll ist, kann ich nur sagen: Er ist toll! Aber auch als Mensch, steckt da viel Potenzial und humoristisch gut überspielte Ernsthaftigkeit. Ich jedenfalls beneide die Frau, mit der er gerne zusammen sein möchte.

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