Die Wiederholungstäterin
Wenn mir jemand erzählt hätte, dass ich den erfolgreich aus meinem Leben geschubsten Typen wieder genau an der gleichen Stelle aufgabel, wie beim ersten mal, ich hätte mich wahrscheinlich schief gelacht. Doch genauso war es. Als wäre ein halbes Jahr lang die Zeit stehen geblieben, stand er in seiner Jagdposition an der Treppe zu den Clos.
Es war sowieso nicht mein Tag, denn schon beim losschlendern mit Röckchen und Stiefeln, fühlte ich mich von meinem Nachbarn ertappt, der mich ansah, als sehe er eine verzweifelte Mittvierzigerin, die es nochmal wissen möchte. Zur Krönung erschienen meine Freundinnen im lässigen Look mit Jeanshosen. Meine Lieblingsjeans hatte ich schweren Herzens zu Hause gelassen, um nicht einem eventuellem Dresscode zum Opfer zu fallen.
Wenigstens durfte ich in dem ersten Zappelladen feststellen, dass ich nicht wirklich verzweifelt aussehe, denn was da an Presswürsten in Hotpants umherlief, war beispielhaft für echt Verzweifelte. Da einer meiner Freundinnen der Altersdurchschnitt in dem Laden zu hoch war, beschlossen wir, noch in den übelsten Baggerladen einzufallen. Ich hatte Hunger und freute mich auf die anständige Küche dort, die mich sogar die schrecklichste Musik ertragen lässt. Als wir in dem Baggerladen ankamen, passte dort schon kein Fuß mehr auf den Boden. Geschweige denn, mein zarter Hintern auf einen Stuhl um eine anständige Mahlzeit zu bestellen.
Dank der wunderbaren, besinnlichen Vorweihnachtszeit war auch der obere Bereich abgesperrt, da dort eine rauschende Betriebsweihnachtsfeier stattfand. Wir mogelten uns trotzdem in den Sperrbereich, wo wir vom Betriebsrat herzlich in Empfang genommen und als Monika, Sieglinde und Susanne seinen Mitstreitern vorgestellt wurden. Ich könnte mich jetzt noch kaputtlachen, doch irgendwie waren die alle lustig drauf und ich wollte nur das EINE - ein halbes Schwein auf Toast. Futter gabs dann trotzdem nicht, weil die Weihnachtsfeiernden schon das Buffett leergeräumt hatten. So beschloss ich, mal lässig zu den Clos zu schlendern, um eine Gesichtsbestandsaufnahme zu machen.
Und da stand er - lässig an das Treppengeländer gelehnt. Ich rauschte auf ihn zu und hauchte ihm ins Ohr: "Das war mein Herzenswunsch, Dich heute hier zu treffen." Irgendwie war er so süß, er beteuerte entschuldigend, er wäre das erste Mal seit August wieder hier. Ich wünschte ihm maximale Erfolge bei seiner Jagd und ging mich erstmal im Spiegel begutachten. Wenn ich die Haare schräg über die Stirn wuschel, seh ich vielleicht doch nicht wie eine verzweifelte Mittvierzigerin aus, dachte ich und wenn er schon hier ist, könnte ich ja eigentlich mal wieder Sex haben.
Die frisch auf die Namen "Monika" und "Susanne" getauften Mädels schliffen mich auf die Tanzfläche. Meine nächste Aufgabe war, von der schlimmen Musik gepeinigt und stets darauf bedacht einen guten Eindruck zu machen, falls er mich doch anguckt - totaaaaal cool zu sein. Bis "Susanne" meinte: "Du siehst voll gehetzt aus, und du hast doch wohl nicht vor diesen Typen wieder zu aktivieren?" Dabei kennt sie mich erst seit dreizig Jahren - ist sie Hellseherin?
Als ich ging, griff ich mir noch schnell seine etwas in die Jahre gekommene Gesprächspartnerin und raunte ihr vertraulich ins Ohr: "Der ist verheiratet und hat zwei Kinder." Die Hälfte der Strecke nach Hause schaffte ich noch SMS - frei, dann musste ich anhalten und ihm schreiben, dass ich einsam bin. Da ich keine Antwort bekam, fiel ich, zu Hause angekommen, in einen unruhigen Schlaf. Gegen 03:30 kam die erhoffte SMS. Er wäre jetzt aus dem Laden raus, aber ich würde ja wohl schon schlafen. War natürlich sofort hellwach. Wollte einfach nicht alleine sein. Dachte, ich knall ihn durch und fahre gleich wieder nach Hause. Keine Faxen, kein Ärger, nix wiederbeleben!!!!
Wurde mit schönem Sex geweckt, es gab Kaffee und Brötchen, die Mitteilung, dass er noch immer mit der Ische zusammen ist und ich kämpfte mit meiner Stinkwut auf mich, auf ihn, auf die ganze Welt. Armes Deutschland - arme "Sieglinde". Ich kann es doch schon singen: NEIN, ICH KANN KEINEN UNVERBINDLICHEN SEX OHNE REUE HABEN. Ich will doch jemanden, der bei mir sein will. Jemanden der mir meine Grenzen zeigt und mir seine Hand reicht, wenn ich strauchel. Jemanden, der versucht mir treu zu sein, weil ich ihm wichtig bin, jemanden, der ohne mich nicht einschlafen mag, jemanden, über den ich mich freue, wenn ich morgens die Augen aufschlage. Jemanden der sagt und meint, es tut so gut, dass du da bist.
Es war sowieso nicht mein Tag, denn schon beim losschlendern mit Röckchen und Stiefeln, fühlte ich mich von meinem Nachbarn ertappt, der mich ansah, als sehe er eine verzweifelte Mittvierzigerin, die es nochmal wissen möchte. Zur Krönung erschienen meine Freundinnen im lässigen Look mit Jeanshosen. Meine Lieblingsjeans hatte ich schweren Herzens zu Hause gelassen, um nicht einem eventuellem Dresscode zum Opfer zu fallen.
Wenigstens durfte ich in dem ersten Zappelladen feststellen, dass ich nicht wirklich verzweifelt aussehe, denn was da an Presswürsten in Hotpants umherlief, war beispielhaft für echt Verzweifelte. Da einer meiner Freundinnen der Altersdurchschnitt in dem Laden zu hoch war, beschlossen wir, noch in den übelsten Baggerladen einzufallen. Ich hatte Hunger und freute mich auf die anständige Küche dort, die mich sogar die schrecklichste Musik ertragen lässt. Als wir in dem Baggerladen ankamen, passte dort schon kein Fuß mehr auf den Boden. Geschweige denn, mein zarter Hintern auf einen Stuhl um eine anständige Mahlzeit zu bestellen.
Dank der wunderbaren, besinnlichen Vorweihnachtszeit war auch der obere Bereich abgesperrt, da dort eine rauschende Betriebsweihnachtsfeier stattfand. Wir mogelten uns trotzdem in den Sperrbereich, wo wir vom Betriebsrat herzlich in Empfang genommen und als Monika, Sieglinde und Susanne seinen Mitstreitern vorgestellt wurden. Ich könnte mich jetzt noch kaputtlachen, doch irgendwie waren die alle lustig drauf und ich wollte nur das EINE - ein halbes Schwein auf Toast. Futter gabs dann trotzdem nicht, weil die Weihnachtsfeiernden schon das Buffett leergeräumt hatten. So beschloss ich, mal lässig zu den Clos zu schlendern, um eine Gesichtsbestandsaufnahme zu machen.
Und da stand er - lässig an das Treppengeländer gelehnt. Ich rauschte auf ihn zu und hauchte ihm ins Ohr: "Das war mein Herzenswunsch, Dich heute hier zu treffen." Irgendwie war er so süß, er beteuerte entschuldigend, er wäre das erste Mal seit August wieder hier. Ich wünschte ihm maximale Erfolge bei seiner Jagd und ging mich erstmal im Spiegel begutachten. Wenn ich die Haare schräg über die Stirn wuschel, seh ich vielleicht doch nicht wie eine verzweifelte Mittvierzigerin aus, dachte ich und wenn er schon hier ist, könnte ich ja eigentlich mal wieder Sex haben.
Die frisch auf die Namen "Monika" und "Susanne" getauften Mädels schliffen mich auf die Tanzfläche. Meine nächste Aufgabe war, von der schlimmen Musik gepeinigt und stets darauf bedacht einen guten Eindruck zu machen, falls er mich doch anguckt - totaaaaal cool zu sein. Bis "Susanne" meinte: "Du siehst voll gehetzt aus, und du hast doch wohl nicht vor diesen Typen wieder zu aktivieren?" Dabei kennt sie mich erst seit dreizig Jahren - ist sie Hellseherin?
Als ich ging, griff ich mir noch schnell seine etwas in die Jahre gekommene Gesprächspartnerin und raunte ihr vertraulich ins Ohr: "Der ist verheiratet und hat zwei Kinder." Die Hälfte der Strecke nach Hause schaffte ich noch SMS - frei, dann musste ich anhalten und ihm schreiben, dass ich einsam bin. Da ich keine Antwort bekam, fiel ich, zu Hause angekommen, in einen unruhigen Schlaf. Gegen 03:30 kam die erhoffte SMS. Er wäre jetzt aus dem Laden raus, aber ich würde ja wohl schon schlafen. War natürlich sofort hellwach. Wollte einfach nicht alleine sein. Dachte, ich knall ihn durch und fahre gleich wieder nach Hause. Keine Faxen, kein Ärger, nix wiederbeleben!!!!
Wurde mit schönem Sex geweckt, es gab Kaffee und Brötchen, die Mitteilung, dass er noch immer mit der Ische zusammen ist und ich kämpfte mit meiner Stinkwut auf mich, auf ihn, auf die ganze Welt. Armes Deutschland - arme "Sieglinde". Ich kann es doch schon singen: NEIN, ICH KANN KEINEN UNVERBINDLICHEN SEX OHNE REUE HABEN. Ich will doch jemanden, der bei mir sein will. Jemanden der mir meine Grenzen zeigt und mir seine Hand reicht, wenn ich strauchel. Jemanden, der versucht mir treu zu sein, weil ich ihm wichtig bin, jemanden, der ohne mich nicht einschlafen mag, jemanden, über den ich mich freue, wenn ich morgens die Augen aufschlage. Jemanden der sagt und meint, es tut so gut, dass du da bist.
userli - 13. Dez, 22:11

Es beschäftigt mich so sehr, dass ich noch immer hier am PC klebe und mich noch immer nicht aufraffen konnte, den ganz normalen Alltagswahn abzuspulen. Nee, ich will nicht jammern und ich seh mich auch nicht in der Opferrolle. Die Jacke zieh ich mir auch nicht mehr an, dass es an mir liegt. Bin nur so erschüttert, dass es so viele Armleuchter gibt, die schwanzgesteuert durch die Gegend laufen und nicht mal ein schlechtes Gewissen haben. Dass sie einfach nur ein wenig enttäuscht sind, dass man (Frau) keine Lust hat, stets wie ein Fußabtreter behandelt zu werden. Dass nicht einfach alles locker, flockig weiterlaufen kann, wo man (Mann) doch nach 34 Tagen soooo super ehrlich und offen war. Von dieser ganzen "Mann versteht Frau nicht - Frau versteht Mann nicht - Geschichte" ist mir ganz schlecht. Und im Grunde habe ich auch gerade keine Ambitionen, darüber nachzudenken, wie Männer ticken. Ja, Männer ticken anders. Männer ticken so anders, dass ich sie alle nur nehmen und schütteln möchte. Sie wollen das Leben genießen, sich treiben lassen und Spaß haben. Sie verschwenden keinen einzigen Gedanken daran, dass Frauen anders gestrickt sind. Nein wir denken nicht mit dem Unterleib, auch wenn wir uns manchmal treiben lassen, Lust verspüren und uns vom warmen Körper eines Mannes, wie von einem Mantel umhüllen lassen. Ich habe so ein schlechtes Gewissen, weil ich den kleinen Prinzen da mit reingezogen habe. Das habe ich nicht gewollt! Dem aufmerksamen Betrachter wäre es nicht entgangen, dass es mir wichtig ist, dass der Kleine nicht mit der falschen Vorstellung groß wird, stets wechselnde Bettgäste sind ganz normal. Es ist ein Privileg und ein ganz großer Vertrauensbeweis meinerseits, wenn man (Mann) sich an meiner Seite im Bett rekeln darf. Ich mags gar nicht schon wieder sagen: "Das nächste Mal vertraue ich auf mein Bauchgefühl." - es ist schon so abgedroschen und ich habs schon wieder missachtet. Ich dachte ja am Anfang eines Kennenlernens ist es absolut in Ordnung, wenn man sich nicht Hals über Kopf in eine Beziehung stürzt. Und es sollte interessant und spannend sein, den anderen Stück für Stück hinter die Fassade blicken zu lassen. Es hat sich nicht gut angefühlt. Es hat sich nie wirklich gut angefühlt. Da war immer etwas zwischen uns, was ich nicht benennen konnte. Um irgendetwas Positives dazu zu sagen, möchte ich noch erwähnen, dass mir diese Art Beschäftigungstherapie den Abschied vom AL leichter gemacht hat. Ich kann heute sagen, es war eine schöne Zeit mit dem Almost-Lover und ich bereue nichts. Der Sex mit AL war sensationell im Gegensatz zu meiner 34-Tage-Eroberung!!! Alles lief von selber, musste nichts denken, nur da sein, spüren, treiben lassen. Der Sex mit meiner 34-Tage-Eroberung war mittelmäßig, unenspannt, aufgesetzt und unterleibsorientiert. Mal ehrlich, was genau soll ich da nun also vermissen?