heute darf ich auch heulen. Hab mich heute von meiner Oma verabschiedet. Es war schlimm, meinen Vater und dessen Geschwister weinen zu sehen. Wollte mich so zusammenreißen, doch das ging mir echt an die Nieren. Die Rede an sich war schön, nur musste diese Trottel von Redner irgendwann mitten in der Geschichte ein "s" an unseren schönen Namen hängen. Soetwas darf einfach nicht passieren.
Würde jetzt gerne ein Fläschchen Rotwein leeren, aber ich trink ja nicht allein. Mein Wunschgeselle wird sich wohl auch kaum dazu hinreißen lassen, zumal er bestimmt auch noch arbeitet. Einfach den Verstand wegsaufen und/oder wegvögeln und dann tief und fest schlafen!
userli - 18. Jul, 21:02
Sachlichkeit ist eine feine Sache. Man fährt nach einem vorgegebenem Fahrplan, hält sich ausschließlich an Fakten und leidet nicht unter irgendwelchen Bauchgefühlen. Naja, zumindest lässt man sich von solch überflüssigen Gefühlsregungen nicht leiten. So eine wunderbare Sachlichkeit ist bewundernswert und gleichzeitig abstoßend. Ein Wunder, dass ich im Job momentan so rational entscheiden kann. Warum kann ich das nicht auch einfach auf mein Privatchaos transferieren? Ich war noch nie ein Stratege und alles, was ich mach ist impulsiv. Trotzdem will ich mich noch nicht von meinen Emotiönchen trennen! Verliebtsein ist wie eine schlimme Krankheit, doch irgendwann bildet auch mein Organismus genügend Antikörper! Muss mich ja einfach nur an Fakten halten ...
userli - 14. Jul, 21:43

So, jetzt habe ich wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich in meinem letzten Beitrag so schön rumgezickt habe. Als Dankeschön rief er mich gestern einfach nur mal so an. Hab mich voll darüber gefreut, bis mir mein Geschreibsel wieder einfiel. Naja, gut Ding will Weile haben. Brauch halt noch ein bisschen, um über den Dingen zu stehen. Dafür laufen ein paar andere Sachen ganz gut. Der kleine Prinz ist wieder gut drauf, schläft in seinem Bettchen und ich kann endlich nackend auf dem Schreibtisch tanzen und was mir sonst noch so in den Sinn kommt. War neulich auch wieder mit meiner Exkollegin unterwegs, um Möbel für ihr neues Domizil auszusuchen und es war total entspannt.
Bin wohl immer noch etwas eifersüchtig auf die Ehegattin und verstehe nicht, warum sie nicht pausenlos Sex haben möchte mit diesem Mann. Was solls, tut alle Buße. Ich leg mich jetzt jedenfalls vor den Fernseher und lasse es mir gut gehen.
userli - 13. Jul, 19:49
Habe gerade mit ihm telefoniert und nur wieder Infos bekommen, die ich gar nicht brauche. Bin wütend auf mich, wegen meines kindischen Verhaltens. Auf ihn, weil es ihm gut geht und er guter Dinge ist. Versteh nicht mehr, was er da treibt. Trennt sich in gegenseitigem Einvernehmen von seiner Frau, weil sexuell nichts mehr läuft. Dann fliegt seine Affäre auf. Er zieht aus, um festzustellen, dass er diesen merkwürdigen Zustand wieder zurückhaben möchte. Fängt aber mit mir ein Ringelpietz an, weil er nicht ausgelastet ist. Und jetzt arbeitet er auf Hochtouren daran, in Kürze wieder mit ihr zusammen zu ziehen. Das wird bestimmt ne tolle Nummer! Herzlichen Glückwunsch!
userli - 11. Jul, 14:59
Dagegen spricht:
Sein schlechtes Gewissen seiner Frau gegenüber, welches ich jedesmal zu spüren bekomme, wenn er davon läuft. So dass ich mich jedesmal fühle, als hätte ich was Furchtbares angestellt. Als wäre ich etwas total Verbotenes und bei mir zu sein, einfach verwerflich und falsch.
Ich kann mich vielleicht auf niemand anderen einlassen.
Es ist mir nicht egal, wie es ihm geht.
Dafür:
Ich will mich auf niemand anderen einlassen, ist auch weit und breit niemand in Sicht.
Ich fühl mich so wohl mit ihm und der Sex ist toll.
Ich bin frei und muss niemandem Rechenschaft ablegen.
Ich will ihn ja nicht vereinnahmen, er soll ja eh nur bei mir sein, wenn er sich das wünscht.
userli - 9. Jul, 20:39
Bin ihm heute wieder über den Weg den gelaufen. Er stand mit dem Rücken zu mir und ich hoffte eigentlich nur, dass er sich einfach nicht umdreht, oder dass ich unsichtbar werde. Unsere Blicke trafen sich kurz und ich stürzte zum Fahrstuhl. Irgendwie sah er so überrascht aus. Um meine Laune musste ich mir jedenfalls keine Sorgen machen. War sowieso depressiv, weil meine Gedanken den ganzen Tag um den kleinen Prinzen kreisten.
Nur ein paar Minuten später saß ich auch schon im Auto. Meine geliebte Depri - CD im Player und Dauerregen untermalten die Fahrt zu meiner Mom. Diese flatterte mir schon aufgeregt entgegen, um mir mitzuteilen, dass der Kleine nur eine Stunde morgens wach war und sonst die ganze Zeit schläft. Sie sagte, sie würde es nicht verstehen, denn er hätte ja kein Fieber. Ich musste meinem Kind nicht erst die Hand auf die Stirn legen, um festzustellen, dass er fast kochte. Meine Fiebermessung ergab 40,3 Grad!!!! Flöste ihm sofort erstmal Fiebersaft ein und versuchte ihn zum Trinken zu überreden.
Mom sah mich erschrocken an und meinte, sie hätte heute einen Arzt geholt und sie hätte seine Temperatur am Ohr gemessen. Ich war einfach sprachlos. Ja sie ist alt, aber das schlägt dem Fass den Boden aus. Ich kann ihr den Kleinen nie wieder anvertrauen. Weiß Gott, was sie das nächste Mal mit ihm anstellt. Vielleicht muss er dann Zäpfchen essen - keine Ahnung. Wie konnte denn diese Frau drei Kinder großziehen? Nach zwei Stunden Quälerei mit Wadenwickeln, ging es dem Kleinen dann endlich besser und wir konnten uns auf den Heimweg machen. Drei Tage musste der arme Kerl vor sich hin fiebern und wäre fast innerlich verbrannt, weil meine kluge Mutter ihm das Fieberthermometer ans Ohr hält und feststellt, dass er 35 Grad Temperatur hat.
Musste ihm eben nochmal Fiebersaft einflössen, weil er schon wieder glüht. Aber vorhin ging es ihm gut. Er hat wieder gespielt, gelacht, erzählt und sogar gegessen und vor allem endlich getrunken. Er schnupft und schnieft vor sich hin, aber das kriegen wir schon wieder hin. Bin froh, dass er wieder bei mir ist. Muss wohl in Zukunft auf Kinderfreie Abende verzichten, wenn ich nicht sein Leben gefährden will.
userli - 4. Jul, 22:31
Komme einfach nicht zur Ruhe. Kriege nichts Sinnvolles gebacken und weiß nicht, welche Baustelle ich zuerst zu Ende bringen soll. Der Kleine ist seit Montag bei meiner Mom, weil ich bis heute dienstlich unterwegs war. Mom sagt, er schläft den ganzen Tag. Ich hoffe, weil es so warm ist. Mache mir große Sorgen um meinen Sohn. Vielleicht vermisst er mich so sehr, dass er die Tage einfach wegschläft? Werde sehen, dass ich morgen sehr früh Feierabend mache und dann hole ich meinen geliebten Haustyrannen ab.
Das Auto vom Almost Lover stand auf dem Hof. Krieg ihn nicht aus meinem Kopf. War wieder so wuschig, dass ich nichts koordiniert bekam. Als dann noch der blöde Koffer umfiel, dachte ich nur wieder: "Ich hasse mein Leben gerade ein bisschen". Auf meinem neuen Telefon befanden sich in der Anrufliste zwei merkwürdige Telefonnummern. Wollte schon jubeln und feiern, aber bei genauerem Hinsehen entpuppten sie sich als Nummern eines alten Bekannten. Eigentlich müsste mir ja ein Stein vom Herzen fallen, aber ich bin so traurig. Will doch nicht mehr an ihn denken.
Nächsten Sonntag habe ich die Gelegenheit, den Zahlvater mit seinem kleinen Prinzen zu konfrontieren. Warum will ich das eigentlich? Ich glaube, er soll einfach sehen, was er für ein tolles Kind hat. Ich weiß ja, dass dies nichts ändern wird und er hat ja dieses Kind auch gar nicht verdient. Trotzdem hasse ich es, wie er ihn vor seiner Familie und vor allen anderen verleugnet. Er war schließlich bei der Zeugung dabei!
Klingt das alles nach: "geradlinig marschieren"? Vielleicht sollte ich einfach mal versuchen, zu schlafen ...
userli - 3. Jul, 21:00
Gestern verstarb meine liebe Oma. Ich glaube, ich begreife es erst jetzt. Abschiedsschmerz schleicht sich langsam in mein Herz. Sehe ihr kleines zartes Gesicht vor mir. Seh ihre unendlich blauen Augen und frage mich, wo ist der Sinn? Alles hat einen Anfang und ein Ende. Was machen wir mit der Zeit, die dazwischen liegt? Warum tut man nicht nur Dinge, die wichtig sind? Warum irrt und strauchelt man so oft, anstatt gerade durchs Leben zu maschieren? Oma war immer geradlinig. Sie nahm nie ein Blatt vor den Mund und wollte bis zum bitteren Ende nicht auf ihre Selbständigkeit verzichten. Sie war so voller Energie, bis ihr Körper ihr den Dienst versagte. Nun ist sie eingeschlafen - für immer. Wird Zeit, dass ich etwas aus meinem Leben mache ...
userli - 30. Jun, 21:26